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Freitag, 26. Juni 2020

Rückblick auf ein herausforderndes Halbjahr:
Stv. Geschäftsführerin Olivia Jeker im Interview

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Das erst Halbjahr 2020 ist vorbei. Olivia Jeker blickt als stellvertretende Geschäftsführerin der suissetec nordwestschweiz auf eine herausfordernde Zeit zurück.

Olivia Jeker, was denkst du, wenn du dir das vergangene Halbjahr in Erinnerung rufst? Es war ein Reagieren im freien Fall. Kurz vorher übernahm ich aus gesundheitlichen Gründen Führungsaufgaben für die Geschäftsstelle hier in Liestal. Ich war noch nicht komplett in alle Prozesse eingearbeitet. Nach dem Lockdown war alles so unklar. Informationen trafen ein, wollten gefiltert werden, um neu aufbereitet an unsere Mitglieder zu gelangen. Es war eine komplett neue Situation. Für alle. Die Mitglieder waren ebenso verunsichert und suchten nach verlässlichen Informationen. Mir persönlich war stets wichtig, dass man auf uns zählen konnte.

Wie ordnest du die Rolle des Verbandes in einer solchen Situation ein? Gerade in Krisen zeigt sich, wer ein zuverlässiger Partner ist. Unser Dachverband hat einen guten Job gemacht. Dort waren branchenspezifische Informationen wie auch ein Rechtsdienst verfügbar. Ich denke, unseren Mitgliedern hat die Website enorm geholfen. Wir haben unsererseits versucht, die Informationen Regional weiterzugeben. Die Plattform der Wirtschaftkammer Baselland sowie des Gewerbeverbandes Basel-Stadt war dabei hilfreich.

Inwiefern? Die Informationen für KMU-Betriebe waren regional, nicht nur schweizerisch und übersichtlich strukturiert. Zudem hat die Baustellen-Kampagne mit der Blache «Wir wurden kontrolliert» sicherlich auch dazu beigetragen, dass unsere Branche Vertrauen entgegengebracht wurde und wir so weiterarbeiten konnten.

War es für euch schwierig, die Verordnungen des Bundes einzuhalten? Bei uns in den Büroräumlichkeiten war es kein Problem. Einige von uns waren im Homeoffice. Gerade, wenn Homeschooling oder Risikogruppe ein Thema wurde. Für die Schulleitung war es mehr Organisationsaufwand. Die Kurse mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Lange war nicht bekannt, ob die Prüfungen überhaupt stattfinden konnten. Trotzdem musste alles vorbereitet sein. Schutzkonzepte mussten erarbeitet und von den Kantonalen Behörden abgenommen werden. Alles wird in kleineren Gruppen umgesetzt, was wiederum die Folge hat, dass mehr Zeit beansprucht wurde, etc.etc. Die Schulungsleiter waren sehr gefordert. Auch jetzt noch sind die Änderungen spürbar. Bis 17. Juli werden Montagekurse nachgeholt. Die Kurse der Planerlernenden mussten sogar bis in den September verschoben werden. So dass alle Lernenden gemäss Bildungsplan Ihre Ausbildung absolvieren können.

Gibt es Umstellungen, die ihr beibehalten werdet? (überlegt) Videositzungen sind sicherlich effizienter, aber mir fehlt der persönliche Kontakt. Es ist in Ordnung zwischendurch ein Update via Skype zu machen. Aber der Austausch darf nicht fehlen. Für mich persönlich war die Zeit gar nicht so viel anders, ausser das mir meine Arbeitskolleginnen im Büro fehlten. Ich hatte Büroalltag.

Und gibt es etwas, das du mit dem heutigen Wissen anders machen würdest? Nein. Die Zusammenarbeit im Team hat sehr gut harmoniert. Auch die Vorgaben des Bundes finde ich noch heute mehrheitlich nachvollziehbar. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir können nicht beurteilen, was passiert wäre, wenn wir keinen Lockdown gemacht hätten.

Was sind deine Prognosen für die Gebäudetechnikbranche im nächsten Halbjahr 2020? Schwierig zu sagen. Anfangs haben viele Kurzarbeit eingegeben. Einige Projekte sind abgesagt worden, andere konnten weiterarbeiten. Wenn es unsere Branche trifft, dann erst später.

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